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Wünsche an den zukünftigen Ernährungsrat:

 

Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage der Stadt Freiburg am 9. Juni 2018 hat unsere Aktionsgruppe einen Infostand zur Gründung des Ernährungsrates Freiburg und Region am Platz der Alten Synagoge organisiert. Der Stand war mit Papphühnern, Gemüse und Heuballen ein Blickfang und weckte so das Interesse vieler Menschen.

Am Aktionsstand informierten wir interessierte Leute über Ernährungsräte und über den Stand der Dinge zur baldigen Gründung des Ernährungsrates in der Freiburger Region. So kamen zahlreiche Gespräche und Diskussionen zustande, Meinungen und Ideen wurden ausgetauscht.

Großen Spaß und interaktiven Einsatz bot die Fotobox!
Dort gab es für alle die Möglichkeit sich mit den eigenen Wünschen, Ideen oder Visionen zum Ernährungsrat fotografieren zu lassen. Vor tollem Kulissenbild und mithilfe zahlreicher Requisiten und Verkleidungen waren etliche Menschen bereit für die Idee eines Ernährungsrates aktiv und kreativ zu werden. Wer die eigenen Ideen lieber ohne Fotos dazugeben wollte, konnte das an der Pinnwand tun.

So kamen verschiedene Impulse und Wünsche zusammen:

  • Viele Menschen erreichen und anstecken, nachhaltiger und gesünder zu konsumieren
  • Mehr regionale Produkte, um die Bauern vor Ort zu unterstützen, da sie ein wichtiger Teil unserer Kulturlandschaft sind/Unterstützung der Bergbauern
  • Ökologische, vielfältige und kleine Strukturen im Landbau fördern und nachhaltige, gerechte, liebevolle und wertschätzende Ernährungskreisläufe in Bewegung bringen
  • Finanzielle Unterstützung für Betriebe in der Region, die auf Bio umstellen wollen
  • Nachhaltige Gestaltung und ein produktives Miteinander in der Landwirtschaft
  • Wir wollen mitbestimmen, wie und wo unsere Nahrungsmittel produziert werden
  • Mehr Transparenz bzw. Kennzeichnung von Produkten
  • Keine Verpackungen mehr
  • Unterstützung bei dem Zugang zu guten Nahrungsmitteln
  • Regionales hochwertiges Essen, zugänglich für alle
  • „Gute Ernährung“ aus den gut situierten Haushalten in die breite Bevölkerung
    streuen
  • Weniger Lebensmittelverschwendung von Supermärkten/Wegwurf von Lebensmitteln stoppen
  • Vernetzung von Menschen, die eine Foodcoop oder Bioladen gründen wollen
  • Bio-Imker, – Gärtenereien, -Bauernhöfe vom Gebrauch des Freitalers überzeugen
  • Siegel für Gastronomie und Einzelhandel in Freiburg
  • Strukturelle Veränderung, um Verbrauch und Produktion von Lebensmitteln an tatsächliche Verbrauchszahlen anzupassen
  • Gartenflächen für städtische Freiburger, Schulen und Kindergärten
  • Leitungswasser nicht verteuern- Trinkwasser!
  • Einfache und leckere Kochrezepte mit saisonalen Zutaten als Aushang/ Flyer zum Mitnehmen in Supermärkten (Gemüseabteilung) oder an Marktständen

Was kommt uns auf den Teller? Local Lab am 25./26. April 2018

Der Einladung zu Vorträgen und Austausch mit Experten am 25.04.2018 unter dem Titel “Was kommt uns auf den Teller? Gemeinsam Ernährung gestalten” waren rund 200 Menschen gefolgt. Ort der Veranstaltung war das Vorderhaus, Habsburger Strasse, dass aus allen Nähten platzte. Olivier de Schutter (IPES Food) aus Brüssel und Anna Wissmann (Netzwerk der Ernährungsräte) aus Köln haben die Freiburger Bürgerinnen und Bürger über die Missstände der globalen Agrar- und Ernährungsindustrie informiert und die Möglichkeiten hin zu mehr Ernährungsdemokratie aufgezeigt.

Olivier de Schutter, der Leiter des International Panel of Experts on Sustainable Food Systems (IPES) und ehemalige Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung hielt einen begeisternden Vortrag, in dem er  darstellte, wie wichtig es ist, auf Systemebene an das Thema Ernährung und Landwirtschaft zu gehen.Präsentation von Olivier de Schutter hier: Freiburg25.4.2018

Visualisierung der Rede von Olivier de Schutter hier (von Jakob Kohlbrenner live gezeichnet):

Anna Wissmann arbeitet für den Ernährungsrat Köln und Netzwerk der Ernährungsräte in Deutschland. Sie erklärte in wieweit ein Ernährungsrat ein Instrument für eine lokalere und bessere Versorgung sein kann. Unter anderem zeigte sie auf wie so etwas in Köln schon konkret funktioniert, da wird ein Ernährungsrat wie in 11 anderen Städten Deutschlands bereits praktiziert. Eines der Projekte ist die vernünftige Versorgung aller Kitas in Köln mit regionalen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Präsentation von Anna Wissmann hier:  Warum-Ernährungsräte_Bsp-Köln

Visualisierung der Rede von Anna Wissmann hier (von Jakob Kohlbrenner live gezeichnet):

Stefanie Koch und Andreas Dilger von der Initiative für den Ernährungsrat Freiburg erläuterten, warum dass auch für Freiburg nötig ist und was geplant ist. Hinter den beiden steht ein breites Bündnis von Initiativen.

Philipp Stierand, der sich in seinem Buch “Speiseräume” klar für das Konzept von Ernährungsräten ausspricht, hat durch den Abend geführt. Kulturell zum Geschehen beigetragen hat das Michael Bitz Trio an Gitarre, Klarinette und Kontrabass.

Am darauffolgenden Donnerstag (26.04.) wurde ein Workshop mit 45 Vertretern der lokalen Land- und Ernährungswirtschaft, städtischer Verwaltung, Forschung und Zivilgesellschaft im Waldhaus Freiburg durchgeführt. Dabei wurde besprochen wie gemeinsam eine Struktur geschaffen werden kann um mehr regionale und nachhaltig produzierte Versorgung von Freiburg zu ermöglichen. Zudem wurden Themen für Projekte gesammelt. Das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure war sehr fruchtbar.

Struktur Ideen (aufgezeichnet von Jakob Kohlbrenner)

Ergebnisse Thementische (aufgezeichnet von Jakob Kohlbrenner)