Vorstellung zentraler Ergebnisse und erster Lösungsansätze im Rahmen des Panels auf dem AgriKultur Festival
Einblicke aus über 30 Interviews sowie Rückblick auf regionale Projekte in der Ausstellung auf dem AgriKultur Festival
Gemeinsam unser Ernährungssystem gestalten
Fortsetzung und Wiedersehen vom 10.-12. Juli auf dem AgriKultur Festival
Ernährungssysteme umfassen die gesamten Prozesse der Lebensmittelproduktion, -verarbeitung, -verteilung, -konsum und -entsorgung sowie deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesundheit, Gesellschaft und Umwelt.” (IPES-Food, https://ipes-food.org)
Es gibt viele aktuelle Studien, die den Druck auf lokale Ernährungssysteme nachweisen (Verlust von Handwerk, Verarbeitungsstrukturen, bäuerlicher Landwirtschaft, Konzentrationsprozesse u.m.).
„Die Gestaltung von Ernährungsumgebungen ist eine komplexe Aufgabe und erfordert eine klar definierte ernährungspolitische Strategie. Zu deren Entwicklung sind Allianzen von zentraler Bedeutung – zwischen politischen Fachbereichen, Politikebenen und zivilgesellschaftlichen Initiativen.“ Stephanie Wunder vom Think Tank Agora Agrar
Der erste Freiburger Ernährungsgipfel brachte am 19.03.2026 Menschen aus Freiburg und der Region zusammen, um eben diese Allianz zu bilden. Menschen, die gemeinsam unsere Lebensmittelwirtschaft fairer, regionaler und zukunftsfähiger machen wollen.
Ob Landwirtschaft, Handel, Initiativen, Verwaltung, Verarbeitung oder engagierte Bürger*innen – über 100 Menschen kamen zusammen, um gemeinsam die Ernährungsregion Freiburg von morgen mitzugestalten.
Vorstellung zentraler Ergebnisse und erster Lösungsansätze im Rahmen des Panels auf dem AgriKultur Festival
Einblicke aus über 30 Interviews sowie Rückblick auf regionale Projekte in der Ausstellung auf dem AgriKultur Festival
Im Vorfeld wurden mehr als 30 Interviews mit lokalen Akteuren aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Außer-Haus-Versorgung, Verwaltung, Verbänden und Initiativen geführt. Bei diesen Expertengesprächen wurde nach den Bereichen gefragt, in denen Strategie- und Synergiebedarf in unserem regionalen Ernährungssystem gesehen wird. Hier ein Überblick der am häufigsten genannten Punkte (desto größer, desto häufiger).
„Sieben der neun planetare Grenzen sind überschritten. Man muss bei weitem kein Öko sein, um daraus die Notwendigkeit eines gut aufgestellten regionalen Ernährungssystems abzuleiten. Mit Wertschöpfungskraft, Kreisläufen und Nachfragen vor Ort machen wir uns unabhängiger gegenüber der globalen Lieferketten und Lieferengpässen.“
„Und dann sehe ich eine junge Landwirtegeneration heranwachsen, die respektvoll von der Bevölkerung getragen wird und eingebettet ist als ein wichtiges Zahnrad in der Ernährungssouveränität in der Region.“
„Wir haben ungefähr die Hälfte aller verarbeitenden Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland verloren. Das hat starke Folgen für unsere Versorgungssicherheit. Das hat starke Folgen für den Umweltschutz. Das hat natürlich wirtschaftliche Folgen für Wertschöpfungsketten und für Arbeitsplätze.“
„Also würde ich gerne Lanzen für die Landwirte brechen und dass man als Verbraucher oder als Mensch, der in der Stadt sehr urban geprägt ist, den Landwirten, den Bäuerinnen und Bauern draußen auf dem Feld einen Vertrauensvorschuss gibt, weil die schon ganz gut wissen, was sie da machen.“
„Wir können sehr, sehr viele Einflussmöglichkeiten, die wir haben, nutzen, um zumindest die Strukturen so zu beeinflussen, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Dabei geht es zum einen um die Ernährung und darum, was am Ende tatsächlich angeboten wird – auch das ist durch Landesvorgaben geregelt. Zum anderen kümmern wir uns darum, dass die Landwirtschaft die Strukturen bekommt, die sie braucht. Denn das Ziel von 30 bis 40 % regionaler ökologischer Anbaufläche ist ebenfalls eine Aufgabe, der wir uns als Stadt annehmen wollen. Wir tun das alles, weil wir es wollen.
Und weil wir hier auch in der Grenzregion zu Frankreich sind, würde sich jeder fragen: Was ist denn da Region? Nicht alles wächst hier in unserer wunderschönen Region, auch wenn wir das gerne hätten. Andererseits sind Bio-Kartoffeln aus Ägypten dann vielleicht auch keine Lösung. Also in diesem Spannungsfeld bewegt sich das Thema Regionalität und unsere Aufgabe besteht natürlich darin, trotzdem die regionalen Vermarktungsstrukturen so zu stärken, dass wir den Anteil dann auch sukzessive über das Angebot ausbauen können. Das ist das Ziel.
Der Schwarzwald als Fleischlieferant ist ein Teil unserer Region und besser ist es, dass das Bio-Weiderind dann hier auf dem Teller liegt. Und ich bin auch davon überzeugt: Wenn wir die Klimaschutzfunktion unseres Waldes aufrechterhalten wollen, müssen wir auch den Wildbestand regulieren.“
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