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Landwirtschaft verstehen: Wenn Drahtwurm wurmt und Regen rettet

Erste Betriebsbesichtigung der Reihe „Badisch Bullerbü?“ bei Hänslers Lädele in Waltershofen.

Vergangenen Donnerstag von 17 Uhr bis ins Abendgrauen bewegten sich neugierige Kund*innen, Engagierte aus Freiburg und Landwirt*innen der Umgebung um den Obst- und Gemüsehof der Familie Hänsler in Waltershofen. Mit dem Auftakt der Veranstaltungsreihe „Badisch Bullerbü? – erleben Sie Landwirtschaft im Wandel“ ging es gleich ins Eingemachte…

Nach einem Rundumriss über die Hofgeschichte ging es durch die Kühlhäuser, vorbei an der laut klappernden Kartoffelsortiermaschine zur letzten Kuh des Hofes – aus Plastik. Fragen, Diskussionsstoff und Staunen vermischten sich mit dem Geruch nach frischen Obst und Geschichten von der letzten Stumpenfabrik in Waltershofen – den regionalen Zigarillos.

 

Betriebsbesichtigung in Waltershofen. Fotos: Autor

 

Schnell wurde klar: die Landwirtschaft wird nicht am heutigen Tag verändert, ABER der Austausch war nach einer Stunde schon bereichernd. Nicht nur, dass Drahtwürmer bei Trockenheit Kartoffeln derart befallen, dass sie kein Einzelhandel mehr abnehmen möchte; dass der Regen Anfang September die Weinernte rettete und die Direktvermarktung ab Hof, auf dem Wochenmarkt oder per Onlinebestellung wieder ansteigt und dabei die verkneulten Knollen unter die Leute bringt – noch mehr: dank mahnender Moderation schaffte es die begeisterte Gruppe auch noch auf den Acker…

Geerntet wurde nur eine handvoll bunter Karotten und die letzten Minigurken zum sofortigen Verzehr – knack hmmm. Dafür konnte vor Augen geführt werden, wie eine breite Produktpalette über die Jahre wirtschaftlichen Ausgleich schafft, da immer etwas gut kommt – wie der Grünkohl, Brokkoli und eben der Wein in diesem Jahr.

Dass ein junger Landwirt sich loslösen konnte von fragwürdigen Standarts und drückenden Preisen des Einzelhandels zeigt Eugen Hänsler mit bescheidener Gelassenheit. Mehr und mehr kann er seine persönlichen Werte anstreben, ausprobieren, sich weiterbilden und seinen eigenen Standart mit dem Blick für Boden und Umgebung, hin zu einer familiengerechten und nachhaltigen Landwirtschaft ausrichten.

Futter zum Nachdenken gab es auch in dem einen der vielen Dilemmata um Land und Pachtverträge… Wussten sie, dass Acker nicht gleich Acker ist? Das sie beim Spargel nicht nur die maschinell intensive Vorbereitung, Stecklinge, Dünger und rückenstrapazierende Handarbeit bezahlen, sondern auch für die Pacht, die locker dem Doppelten der Pacht bei Gurken oder Rosenkohl entsprechen kann? Details im Argen – solche Herausforderungen und die vielfälltigen Lösungsansätze der einzelnen Landwirt*innen sind Themen, welche auch bei den kommenden Betriebsbesichtigungen angeschnitten, vertieft oder wenigstens mitgeteilt werden können.

Nach einer kleinen Kostprobe im hofeigenem Laden wuchs schon die Freude auf die nächsten Betriebsbesichtigungen beim Obsthof Kiechle in Mengen Mitte November. Im neuen Jahr wird dann einmal pro Monat immer ein anderer Betrieb in der Region besucht. Sie sind herzlich eingeladen! Lassen Sie uns Landwirtschaft im Wandel verstehen und in den direkten Austausch gehen für eine nachhaltige Ernährung vor Ort.

 

Programm und Infos finden Sie hier.

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